Details zum Hörspiel Oblomow

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Hörspiel
Hörspiel Cover: Oblomow

Art.Nr. 9783898132671

Oblomow

von Iwan Gontscharow

Gesprochen von Sebastian Blomberg, Matthias Haase, Felix von Manteuffel, Astrid Meyerfeldt, Axel Milberg, Otto Sander, Irina Wanka, Rudolf Wessely

19,99
Preis inkl. Steuern, exkl. Versand
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Kurzinformation zum  Hörspiel

ISBN-13: 978-3-89813-267-1
AUDIAMO Katalog: 62932
Verlag: DAV
Medium: 2 CD(s)
Laufzeit: 160 Minuten

Verlagsinformation zum Hörspiel

Mit »Oblomow« schuf Gontscharow den berühmtesten Müßiggänger der Literaturgeschichte: Iwan Gontscharow zählt neben Tolstoi, Dostojewski
und Turgenjew zu den großen russischen Realisten des 19. Jahrhunderts. Oblomow, ein junger, verarmter Gutsbesitzer, ist ein Überbleibsel der feudalen Gesellschaft im »neuen« Rußland des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Sein Lebensmittelpunkt ist der Diwan, sein bevorzugtes Kleidungsstück der Schlafrock, das Nichtstun, auch »Oblomowerei« genannt, seine Philosophie. Die Neubearbeitung des Weltklassikers inszenierte Hörspielregisseur Leonhard Koppelmann mit Axel Milberg als Oblomow, Otto Sander als Erzähler und vielen weiteren prominenten Stimmen.
Karriere eines Taugenichts
Als 1858 sein Roman »Oblomow« erschien, wurde Iwan Gontscharow über Nacht berühmt. Mit seiner Hauptfigur skizzierte er den liebenswert-faulsten Charakter, den ein Dichter je erfunden hat. Er beeindruckte nicht nur den großen Tolstoi und die Kritiker seiner Zeit, er versetzte ganz Rußland in Begeisterung. Oblomow wurde zum Prototypen der »Oblomowerei«, zum Inbegriff des gelangweilten Müßiggangs, zum Politikum und zum Topos der Weltliteratur. Bis heute ist der frühe Ruhm des Romans ungebrochen. Doch mit »Oblomow« gelang Gontscharow vor allem eines: Er hielt, Sensation und Provokation zugleich, seinem Land und seiner Epoche den Spiegel vor.
1856 starb Zar Nikolaus I. Sein Tod war von symbolischer Bedeutung: Mehr als ein Vierteljahrhundert hatte er in Rußland geherrscht, jetzt tobte der Krimkrieg, die russische Armee war geschlagen, die wirtschaftliche Lage dramatisch, der Umbruch des Landes nicht aufzuhalten. Gontscharow hatte bereits 1847, in seinem Debütroman, zu seinem Thema gefunden: In »Eine gewöhnliche Geschichte« entwirft er ein Tableau des russischen Landadels, gelangweilt, hoch idealistisch und den Realitäten der Zeit verschlossen. Als »schrecklichen Schlag gegen Romantizismus« lobte der einflußreiche Kritiker Wissarion Belinski diesen Roman. Gontscharow führte das Thema weiter aus. Bereits 1848 hatte er »Oblomows Traum« veröffentlicht, eine Erzählung, die er später in den Roman integrierte. Sie schildert die psychologische Vorgeschichte des Oblomowschen Charakters, eines materiell abgesicherten Menschen, der jeder Verantwortung enthoben ist. Nach dem Hauptwerk »Oblomow« erschien »Die Schlucht« (1869), der letzte von drei Romanen, die Gontscharow als thematische Einheit verstand: »Sie alle sind durch einen gemeinsamen Faden, eine folgerichtige Idee verbunden: den Gedanken des Übergangs von einer Epoche des russischen Lebens, welche ich erlebt habe, in eine andere.«
So hat ausgerechnet Oblomow, der überzeugte Nichtstäter, eine beachtliche Karriere hingelegt. Die Geschichte seiner Rezeption beginnt schon einen Monat nach Erscheinen des Romans. Mit dem Essay »Was ist Oblomowerei?« hatte der radikale Kritiker Nikolai A. Dobroljubow die Aufmerksamkeit der Intelligenzija auf das Werk gelenkt – und eine nachhaltige Interpretation geliefert. Oblomow, von Lenin als »Krebsschaden« seines Landes verdammt, wird von der Literaturkritik einhellig verurteilt: als der nutzlos gewordene Feudalherr des autokratischen Rußlands, als Chiffre für Rückständigkeit und Verfall. Oblomows Freund dagegen, der liberale Unternehmer Stolz, verkörpert Gontscharows gesellschaftspolitisches Ideal des sozialen Fortschritts. Aber tut er das tatsächlich? Heute, die Gefahren der Industrialisierung im Blick, hat die Lesart des Romans eine Dimension hinzugewonnen: Ist »Oblomow« nicht viel eher eine hellsichtige Warnung vor der sinnlosen Betriebsamkeit der zeitgenössischen Welt? Beneiden wir Oblomow mit wohligem Schaudern. Am Nichtstun zugrunde zu gehen, aufrecht und unbestechlich – davon träumen wir, in einem dieser seltenen Momente der Untätigkeit.
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